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Steuerliche Aspekte

Die Schweiz verfügt über ein äussert attraktives Steuersystem, sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen. Im folgenden stellen wir Ihnen die wesentlichen Eckpfeiler des schweizerischen Steuersystems vor.

Besteuerung auf drei Ebenen

Das Schweizer Steuersystem ist durch die föderale Struktur des Landes geprägt. Unternehmen und natürliche Personen werden in der Schweiz auf drei verschiedenen Ebenen besteuert:

  • national (Bundessteuern)
  • kantonal (Kantonssteuern)
  • kommunal (Gemeindesteuern)

Der grösste Steueranteil wird von den Kantonen und Gemeinden erhoben, was zu intensivem Steuerwettbewerb auf beiden Ebenen führt. In den Kantonen stimmt die Bevölkerung direkt-demokratisch über die eigenen Steuergesetzte ab. Alle Steuern werden jedoch von einer einzigen Stelle eingezogen.

Unternehmen werden am Ort ihrer Wertschöpfung besteuert, d.h. am Firmensitz oder am Ort der wirtschaftlichen Aktivitäten.

 

Niedrige Unternehmenssteuern

Im europäischen Vergleich sind die Steuern für Unternehmen in der Schweiz sehr niedrig. Die Bundessteuer ist ein einheitlicher Satz, die kantonalen Steuersätze variieren nach Standort und zum Teil nach Höhe des Kapitals oder Gewinns. Die aktuellen Steuersätze bewegen sich in den folgenden Bereichen:

  • Direkte Bundessteuern auf den Gewinn: 8.5%
  • Kantonale Gewinnsteuer: 5.9% - 16%
  • Kantonale Kapitalsteuer: 0.05% - 0.3%

=> Steuerbelastung total: 14.5% - 25%

Der reguläre Steuersatz bei der direkten Bundessteuer beträgt 8.5%. Da die Steuern auf dem Gewinn nach Steuern berechnet werden, resultiert ein effektiver Steuersatz von 7.83%.

Durch Steueroptimierung sind bedeutend tiefere Steuersätze von bis zu weniger als 10% möglich. Unternehmen können von den Steuerbehörden einen verbindlichen Vorentscheid über die effektive Steuerbelastung erhalten (Tax Ruling). Steuerbefreiung wird fallweise, je nach Standort und Art der Tätigkeit gewährt.

 

Niedrige Steuern für private Unternehmen

Private Personen zahlen an ihrem Wohnort Steuern. Die Bundessteuer variiert je nach Höhe des Einkommens. Die kantonalen und kommunalen Steuersätze variieren nach Wohnort, Einkommenshöhe und der Grösse des Vermögens. Die Besteuerung erfolgt progressiv, wobei der Höchstsatz erst bei sehr hohen Einkommen zum Tragen kommt. Für selbstständig erwerbstätige Personen gelten Sonderregelungen.

  • Bundes-Einkommenssteuer (Höchstsatz): 11.5%
  • Kantons- und Gemeinde-Einkommenssteuern(Beispiele):
    • Steuerbares Einkommen von CHF 50'000: 5% - 13%
    • Steuerbares Einkommen von CHF 500'000: 11% - 27%
  • Kantons- und Gemeinde-Vermögenssteuern (Beispiele):
    • Vermögen von CHF 100'000: 0 Promille - 2.25 Promille
    • Maximalbesteuerung: 8.9 Promille
  • Kirchensteuer (je nach Konfession): 0% - 2.3%
 
 

Einzelfallbehandlung von Expatriates

Für sogenannte Expatriates, d.h. steuerpflichtige, vorübergehend in der Schweiz arbeitende Ausländer, bestehen spezielle steuerliche Abzugsmöglichkeiten bei der direkten Bundessteuer. Auch die meisten Kantone stehen bevorzugte steuerliche Behandlung von Expatriates vor.

Die Expatriates werden als Einzelfälle behandelt. Sie werden entweder im ordentlichen Verfahren eingeschätzt, oder sie unterliegen der Quellensteuer, die der Arbeitgeber direkt vom Lohn abzieht. Die Steuersätze berücksichtigen gewisse steuerfreie Beträge für Berufsauslagen, Versicherungsprämien und Familienunterhalt. Kostenwie für den Umzug oder internationale Schulen sind zusätzlich abzugsfähig.

 

Vermeiden von Doppelbesteuerung

Die Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung wird durch zwischenstaatliche Abkommen geregelt. Die Schweiz hat mit über 60 Staaten, darunter fast alle westlichen Industrieländer, ein solches Abkommen unterzeichnet.

 

Europaweit niedrigste Mehrwertsteuer

Die Schweiz hat die bei weitem tiefste Mehrwertsteuer in Europa. Der normale Satz beträgt 8%. Beherbergungsdienstleistungen werden mit 3.8%, Güter des täglichen Bedarfs mit nur 2.5% besteuert. Andere Güter und Dienstleistungen, wie ärztliche Versorgung und Bildung, sind ganz von der Mehrwertsteuer ausgenommen.

 

Keine Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen

Auf Bundesebene wird keine Erbschaftssteuer erhoben. In den meisten Kantonen sind direkte Nachkommen von der Erbschaftssteuer ausgenommen. Die Sätze für die Erbschafts- und Schenkungssteuer für Dritte liegen zwischen 10% und 50%.

 

Weitere Bundessteuern

  • Kapitalerträge und Lotteriegewinne: 35%
  • Leibrenten und Pensionen: 15%
  • Sonstige Versicherungsleistungen: 8%
 

Weitere Kantons- und Gemeindesteuern

  • Grundstücksgewinnsteuern: 3% - 64%
  • Handänderungssteuer für Immobilien (teilweise abgeschafft): 0.8% - 3.3%